Nahrungsergänzung im Blick: Chitosan


Sinn oder Unsinn?
Nahrungsergänzung im Blick: Chitosan
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Es klingt so einfach: Eine kleine Kapsel zum Essen und schon landet ein Großteil des verzehrten Fetts nicht auf den Hüften, sondern unverdaut in der Toilette. Doch helfen Fettblocker mit Chitosan wirklich beim Abnehmen?

Vegetarier*innen aufgepasst

Die Werbeversprechen für Fettblocker klingen vielversprechend: Einfach eine kleine Kapsel zum Essen einnehmen ganz nebenbei abnehmen. Meistens enthalten die Fettblocker Chitosan, ein unverdauliches Kohlenhydrat, das aus den Panzern von Garnelen und Krabben gewonnen wird. Das Wirkprinzip ist einfach: Chitosan bindet im Darm Fett und Cholesterin aus der Nahrung. Da es selbst nicht vom Körper aufgenommen wird, wird Chitosan mitsamt den gebundenen Nährstoffen über den Stuhl ausgeschieden. Die Folge: Weniger Kalorien und Cholesterol gelangen ins Blut, wodurch die Pfunde purzeln und der Cholesterinspiegel sinken soll. Übrigens: Auch für Vegetarier*innen gibt es mittlerweile eine Variante mit Chitosan aus Pilzen.

Schlemmen ohne Reue?

Ob die Einnahme von Fettblockern wirklich beim Abnehmen hilft, wurde in wissenschaftlichen Studien untersucht. Die Ergebnisse waren jedoch ernüchternd. Die Wirkung des Chitosans auf das Körpergewicht und den Blutcholesterinspiegel ist sehr gering. Wissenschaftler*innen bezweifeln, dass der Effekt auch im Alltag relevant ist. Außerdem funktionieren die Abnehm-Pillen nur, wenn gleichzeitig eine kalorienreduzierte Diät eingehalten wird.

Fett ist nicht gleich Fett

Da Nahrungsergänzungsmittel mit Chitosan nicht frei von Nebenwirkungen sind, raten Ernährungswissenschaftler*innen eher von der Einnahme ab. Denn auch wertvolle fettlösliche Vitamine oder lebensnotwendige Fettsäuren werden von dem Fettblocker gebunden. Dadurch droht ein Nährstoffmangel. Auch Medikamente wie die Anti-Baby-Pille, Blutverdünner oder Antiepileptika werden durch Chitosan gebunden und ausgeschieden. Die Folge: Sie gelangen nicht in das Blut und wirken deshalb nicht.

Quellen: EFSA, Cochrane, Verbraucherzentrale, Arznei-Telegramm, Nutrition Journal

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